Die Haushaltslage unserer acht Kommunen und des Landkreises ist seit Jahren angespannt. Investitionen und freiwillige Leistungen sind daher nur in geringem Umfang möglich. Für die Gestaltung vor Ort und die Unterstützung der Vereine sowie der sozialen Einrichtungen bleibt nicht genug übrig. Ich setze mich daher seit Jahren für eine gesunde Balance zwischen Landkreis und Gemeinden ein. Dadurch sind wir einer von wenigen Landkreisen, in dem nicht vor Gericht um die Finanzen gestritten wird, sondern in welchem gemeinsam konstruktiv nach Lösungen gesucht wird. Wir müssen weiter gemeinsam hier vor Ort und auch im Land Sachsen-Anhalt dafür kämpfen, dass die Kommunen mehr unterstützt werden. Außerdem brauchen wir ein gesundes Anreizsystem. Es muss sich lohnen, als Kommune erfolgreich zu sein.

Unabhängig davon müssen wir aber alles daran setzen, unsere Wirtschaftskraft nachhaltig zu erhöhen. Eine stärkere Wirtschaft sorgt für Einnahmen in den Gemeinden und bringt mehr Menschen in Lohn und Brot. Das Jerichower Land hat eine kleinteilige Wirtschaftsstruktur und einen gesunden Branchenmix. Beides Gründe dafür, dass wir hier viel weniger coronabedingte Einbrüche erlebt haben, als im Rest Deutschlands. Auch verzeichnen wir über Jahre eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes von über 10 Prozent in 2014 auf 6,7 Prozent vor Corona. Je mehr Menschen gut durch ihrer Hände Arbeit leben können, desto weniger müssen durch die Gemeinschaft getragen werden.

Ein Patentrezept gibt es nicht, wir müssen daher auf die Besonderheiten der Regionen eingehen und uns individuelle Standortvorteile schaffen und langfristig sichern. Zunächst gilt es, sich um die vorhandenen Unternehmen zu kümmern. Eine intelligente Ansiedelungsförderung stärkt uns dabei in der Breite. Entscheidende Faktoren hierfür sind eine gute Infrastruktur, wie Verkehrswege und Internetausbau, sowie geeignete Fachkräfte. In mehreren Projekten setze ich mich seit Jahren dafür ein, unsere Jugend hier vor Ort auszubilden und auch zu halten. Gleichzeitig gilt es, Firmen untereinander zu vernetzen, um Erfahrungsaustausch zu fördern und Synergien durch Kooperationen zu realisieren. Der Landkreis hat hierfür das Technologie- und Gründerzentrum bei Genthin gestärkt. Wenn regionale Unternehmen stärker zusammenarbeiten und wir alle stärker regionale Produkte und Dienstleistungen beziehen, profitiert der gesamte Landkreis davon. Unser Geld muss hier ausgegeben werden, damit es vor Ort reinvestiert werden kann.

Wachstum entsteht aber insbesondere auch durch wissensbasierte Innovationen. Wir müssen vom Wissen der Hochschulen profitieren. Hierfür müssen wir die Wirtschaft stärker mit der Wissenschaft verzahnen. Genau da liegen meine Kompetenzen.

Ein ganzes Bündel von Maßnahmen wird nötig sein, um langfristig gute Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Die Verwaltung trägt mit intensiver Betreuung, schnellen Genehmigungsverfahren und ausgeprägter Lösungsorientierung als Grundeinstellung ihren Teil dazu bei. Natürlich profitieren wir alle nur dann, wenn Ansiedlungen von Firmen nachhaltig sind, und faire Löhne und Gehälter gezahlt werden. Dies gilt es bei der Förderung der Wirtschaft durchzusetzen.