Verwaltung hat keinen Selbstzweck. Sie dient unseren Bürgern. Deshalb verstehe ich Bürger nicht als Empfänger von großzügigen Leistungen des Landkreises, sondern vielmehr als Kunden der Verwaltung. Es geht darum, Lösungen aufzuzeigen und die gesetzlichen Grundlagen so zu erklären, dass sie für alle verständlich sind. Oftmals hilft ein kurzes Telefonat oder ein Vor-Ort Besuch, eine zeitnahe Klärung der Anliegen zu erreichen. Auch sind ein freundlicher Umgang und das gemeinsame Interesse, die Probleme der Bürger abteilungsübergreifend zu lösen, entscheidend. In den vergangenen Jahren habe ich diese Philosophie in die Verwaltung getragen. Dieser Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen und es gilt weiter Führungskräfte zu sensibilisieren und neue Mitarbeiter zu schulen.

Allein in den letzten 6 Jahren hat in der Kreisverwaltung ein echter Generationswechsel stattgefunden. Die große Herausforderung besteht dabei immer wieder darin, den Verlust von Erfahrung zu kompensieren und Nachwuchskräfte gut zu integrieren. Jede zweite Führungskraft musste in den letzten Jahren ersetzt werden. Fast alle Neubesetzungen kamen dabei aus den eigenen Reihen und wurden vorab konsequent auf diese Verantwortung vorbereitet. Um die Qualität der Verwaltung hoch zu halten, muss die Kreisverwaltung ihren guten Ruf als moderner und flexibler Arbeitgeber festigen. Die letzten Maßnahmen in diesem Bereich waren die Einführung von Homeoffice, eine Ausweitung der flexiblen Arbeitszeiten und die Anschaffung mobiler Technik. Hier gilt es auch in den nächsten Jahren Ansätze zu entwickeln, um das Arbeitsumfeld weiter zu verbessern. Auch in Zukunft muss die Verwaltung sich dafür einsetzen, viele Auszubildende zu begleiten und gut auf die Verwaltungsarbeit vorzubereiten. Entscheidend ist für mich dabei die Identifikation mit der eigenen Arbeit und mit unserer Region.

In den vergangenen drei Jahren hat die Kreisverwaltung viel in eine bessere technische Ausstattung investiert. Moderne Arbeitsplätze helfen dabei, Abläufe zu beschleunigen. Wir arbeiten derzeit aktiv an den nächsten Schritten der Digitalisierung, z.B. der Einführung der digitalen Akte. Wir wollen den Bürgern in Zukunft ermöglichen, noch mehr Leistungen bequem von zu Hause aus zu beantragen. Noch im Jahr 2021 wird eine benutzerfreundlichere Homepage online gehen, damit unsere Bürger sich schneller und besser informieren können.

In den meisten Ämtern der Kreisverwaltung gibt es seit einiger Zeit keinen Rückstau mehr in der Bearbeitung und damit einhergehend kurze Wartezeiten für die Bürgerinnen und Bürger das eigene Anliegen betreffend. Ein vorausschauendes Personalmanagement ist die Grundlage dafür, dass die Last für einzelne Angestellte nicht zu groß wird. Da es immer mal wieder zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen kann, setze ich auf die langfristige Vorbereitung flexibler Springer, die so bei Bedarf in sensiblen Bereichen kurzfristig aushelfen können. Eine stärkere Zusammenarbeit und reger Austausch mit unseren Nachbar-Landkreisen hat an einigen Stellen auch geholfen, Aufgaben gemeinsam besser zu bewältigen.

Mit Hilfe eines Ideenwettbewerbes wurde im Jahr 2016 das kreative Potential der ganzen Verwaltung genutzt. Einige gute Lösungsansätze konnten so entdeckt, diskutiert und gestaltet werden. Es ist aber auch zunehmend wichtig, kontinuierlich Abläufe zu verbessern und Kosten zu verringern. Schlüssel dazu ist es, Mitarbeitern Freiräume zu geben und Gestaltungskompetenz in die Verantwortung einzelner Bereiche direkt zu übertragen. Grundlage dessen ist Vertrauen in die Mitarbeiter und eine Nähe zu den alltäglichen Arbeiten. Mein Ziel ist es, das WIR in der Verwaltung weiter zu fördern. Die vielen Mitarbeiter sollen sich als Team verstehen und sich gegenseitig bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben unterstützen. Daran muss man dauerhaft arbeiten.